Wunde, schmerzende Brustwarzen behandeln

Ursache, Behandlung und Vorbeugung von schmerzhaftem Stillen

Die schönste Vorstellung: das Baby liegt glücklich trinkend an der Brust der Mutter, beide schauen sich verliebt in die Augen. Doch manchmal schaut die Realität ganz anders aus und die stillende Mutter hat Schmerzen bei jedem Anlegen.

Du beißt die Zähne zusammen... "Stillen tut weh" wurde dir gesagt

Und ich sage dir jetzt: "NEIN!". Stillen darf nicht wehtun, nie. Die Brustwarzen sind am Anfang der Stillzeit, kurz nach der Geburt, oftmals ein wenig gereizt, leicht wund - aber aushaltbar(!). Schmerzen beim Stillen sind nicht normal, egal, was andere dir gesagt haben. Dieser Artikel beschreibt einige Ursachen, weshalb dir das Stillen möglicherweise wehtut und was du dagegen unternehmen kannst. 

Aber vorab: suche dir lieber früher als später professionelle Hilfe in Form einer Stillberatung. Höre auf dein Bauchgefühl, wenn du das Gefühl hast, das Problem wurde noch nicht vollends gelöst.

1. Falsches Anlegen

Wenn dein Baby nicht ordentlich an der Brust angelegt ist, kann es zu Reibung und Schmerz an der Brustwarze kommen. Es ist wichtig, dass dein Baby die Brustwarze inklusive Brustgewebe tief in den Mund nimmt, sodass die Brustwarze nicht zwischen den harten Gaumenplatten des kleinen Mundes liegt. 

Wenn du also während des Stillens Schmerzen hast und/oder deine Brustwarze direkt nach dem Stillen platt und verformt ist, überprüfe das Anlegen: das Kinn des Babys sollte an der Brust anliegen, die Nase frei sein, das Baby öffnet den Mund weit(!), bevor es die Brust in den Mund nimmt.

2. Künstliche Sauger/Saugverwirrung

Künstliche Sauger wie Beruhigungssauger, Flasche, Stillhütchen und co. werden heutzutage schnell und unüberlegt eingesetzt. Sie sind leider sehr normal geworden, bergen aber einige Risiken. Dieser Artikel bezieht sich auf die Risiken, die wunde Brustwarzen hervorrufen. Die wunden Brustwarzen sind hier ein Symptom, die Saugverwirrung bzw. die künstlichen Sauger die Ursache.  Die Studienlage ist sich bzgl. der Saugverwirrung noch unsicher, andere Risiken künstlicher Sauger wurden allerdings bewiesen und daher rate ich als Stillberaterin stark von jeglicher Art von künstlichen Saugern ab.

Ein Baby trinkt an der Brust anders als an einem künstlichen Sauger. An der Brust werden komplexe Wellenbewegungen mit Mund und Kiefer gemacht (die Brust wird gemolken), während an künstlichen Saugern gesaugt wird wie an einem Strohhalm. Wird das "am Strohhalm saugen" an der Brust angewandt, kommt es zu einer falschen Beanspruchung der Brustwarzen und zu schmerzenden, blutigen Brustwarzen. Eine Saugverwirrung kann sich aber auch schon früher zeigen durch untypische Schläfrigkeit an der Brust, "Brustverweigerung" und kurze Stillzeiten.

Um eine Saugverwirrung zu beheben, sollten jegliche künstliche Sauger entfernt werden und im Zweifel eine Stillberaterin kontaktiert werden.

 

3. Pilzinfektion

Verursacht durch Candida Albicans kann eine Pilzinfektion in jeder Art der Stillbeziehung auftreten.

Die Entwicklung einer Soorinfektion kann durch verschiedene Faktoren begünstigt werden: Einnahme von Antibiotika, die das Gleichgewicht der Mikroorganismen im Körper stören können, und ein geschwächtes Immunsystem, sei es durch Stress, Krankheit oder andere Faktoren. Eine feuchte Umgebung, insbesondere in Verbindung mit gemeinsam genutzten Brustpumpen oder -zubehör, kann ebenfalls das Wachstum von Pilzen begünstigen.

Die Symptome einer Soorinfektion an der Brust können vielfältig sein. Dazu gehören Schmerzen während und nach dem Stillen, Rötung und Schwellung der Brustwarzen oder des Brustgewebes sowie Juckreiz, schuppige Haut, ein brennendes oder stechendes Gefühl.

Die Behandlungsoptionen für eine Soorinfektion umfassen antimykotische Salben für Mutter UND Kind, die lokal angewendet werden, sowie oral verabreichte Antimykotika in schweren Fällen. Wichtig ist es, eine strenge Hygiene einzuhalten und alle möglichen künstlichen Sauger, die während der Infektion genutzt werden, ordentlich auszukochen oder besser noch auszutauschen. Auch Stilleinlagen sollten so häufig wie möglich ausgetauscht werden.

4. Brustwarzencremes und Finger weg von der Brust!

Übermäßiger Einsatz (und manchmal auch der generelle Einsatz) von Brustwarzencremes kann die Brust rutschig machen, sodass die Säuglinge den Kiefer stärker als eigentlich benötigt zuklemmen, um die Brust zu halten.

Auf der anderen Seite kann ein Abwischen der Cremes dazu führen, dass die Brustwarze gereizt wird.

Die beste Pflege für Brustwarzen (egal, ob wund oder nicht) ist Muttermilch und Luft. Nach dem Stillen also am besten die Muttermilch auf der Brust lufttrocknen lassen und dann einen weichen, bequemen BH anziehen.

 

Viele Mütter tendieren dazu, beim Stillen regelmäßig mit dem Finger das Brustgewebe runter zu drücken, um zu schauen, wie das Baby trinkt. Wenn das Kind allerdings eine effektive Stillposition eingenommen hat, ist das weder nötig noch hilfreich. Damit entzieht man dem Säugling Millimeter für Millimeter das Brustgewebe - manchmal sind es die kleinen Dinge, die zu wunden Brustwarzen führen können. Daher: Finger weg von der Brust!

5. Orale Restriktionen: verkürztes Zungenbändchen, Lippenbändchen & co

Orale Restriktionen sind angeborene Auffälligkeiten im Mundbereich der Kinder: verkürzte Zungenbändchen, verkürzte Lippenbändchen, Wangenbändchen, Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte und ähnliches. Wenn dein Baby den Mund nicht weit aufbekommt, die Zungenspitze kaum über die Lippen kommt oder die Zunge eine Herzform bildet, dann wende dich bitte an deinen Kinderarzt/deine Kinderärztin oder eine Stillberaterin mit entsprechender Spezialisierung (Herzensempfehlung ohne Beauftragung: https://www.defagor.de/)

Behandlung und Vorbeugung von wunden Brustwarzen

Und zum Schluss...

Solltest du von wunden, schmerzenden oder sogar schon blutigen Brustwarzen betroffen sein, dann such dir bitte schnellstmöglich Hilfe, um eventuelle Ursachen zu identifizieren und eine angemessene Behandlung zu erhalten. Eine qualifizierte Stillberaterin kann dich bei diesem Prozess unterstützen. Dieser Blogeintrag ersetzt keine Beratung, sondern soll dir nur eine Einschätzung geben.

 

Dieser Blog wächst weiter mit deinen Fragen und deinem Feedback - daher freue ich mich über eine Nachricht hier über das Kontaktformular oder über meinen Instagramkanal

 

In Liebe,

Sabrina

 

 

 

 

 

 

Stand dieses Eintrages: 27.02.2024, Verfasserin: Sabrina Grabow, In Liebe Stillen

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Dieser Artikel hat nun einige (nicht alle!) Ursachen von wunden Brustwarzen behandelt. Wunde Brustwarzen sind ein Symptom einer Ursache, die es zu beheben gilt!

Die beste Vorbeugung ist ein Stillvorbereitungskurs: dort lernst du alles, was du für deine Stillzeit brauchst (Link führt dich zum entsprechenden Blogartikel). Gegen bestimmte Umstände wie eine Pilzinfektion oder orale Restriktionen kannst du im Vorhinein nicht viel tun, aber mit dem passenden Wissen kannst du rechtzeitig reagieren und dir schnell Hilfe suchen.

 

Sollten die wunden Brustwarzen bereits aufgetreten sein, kann folgendes hilfreich sein:

  • Ursache finden und beheben
  • Brustwarze mit Muttermilch pflegen und an der Luft trocknen lassen, viel Luft an die Brust lassen
  • "Brustdonuts" basteln (einfach mal online suchen), um Reibung auf der Brustwarze zu verringern
  • Anlegen überprüfen und ggf. optimieren
  • Frühzeitig Hilfe suchen
  • Finger weg von der Brust, künstliche Sauger weglassen - manchmal bessert es sich schon dann

 

 

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