Oxytocin, Prolaktin und der FIL

Wie die Stillhormone Einfluss auf die Milchbildung & -abgabe haben

Ein Baby trinkt die Muttermilch aus der Brust. Doch wie ist die Milch dahin gekommen und wie kommt sie aus der Brust? Welche Hormone einen Einfluss haben und woher die Brust "weiß", wie viel Milch sie das nächste mal bilden muss, erklärt dir dieser Blogartikel. 

Aktivierung der Stillhormone nach der Geburt

Unmittelbar nach der Geburt beginnt der weibliche Körper, eine hormonelle Reaktion auszulösen, um die Stillhormone zu aktivieren. Dieser Prozess wird durch einen Anstieg des Hormons Prolaktin ausgelöst. Prolaktin fungiert als Hauptakteur und ist maßgeblich an der Entwicklung der Milchdrüsen in eurer Brust beteiligt, um die Milchproduktion zu starten.

Oxyotcin und Prolaktin - was machen die genau?

Prolaktin: Dieses Hormon, produziert in der Hirnanhangdrüse, stimuliert die Milchproduktion. Es ist verantwortlich für die Zunahme der Milchdrüsen in der Schwangerschaft und stellt sicher, dass die notwendigen Voraussetzungen für die Milchbildung geschaffen werden. Prolaktin steigt in seiner Konzentration in der gesamten Schwangerschaft an, kann seine Wirkung jedoch erst entfalten, wenn die Plazenta geboren wurde. Im Laufe der Stillzeit nimmt die Konzentration von Prolaktin wieder ab (während seine Fähigkeit zur Milchbildung bestehen bleibt), daher setzt zu einem gewissen Zeitpunkt die Periode wieder ein.

 

Oxytocin: Bekannt als "Kuschelhormon", spielt Oxytocin eine Schlüsselrolle bei der Freisetzung von Milch aus den Drüsen. Es fördert nicht nur das Stillen, sondern stärkt auch die emotionale Bindung zwischen Mutter und Kind. Durch Oxytocin kontrahieren Muskeln (d.h. sie ziehen sich zusammen), daher wird manchmal auch Oxytocin als Wehenmittel unter der Geburt gegeben und deswegen spürt die Mama die Nachwehen nach der Geburt beim Stillen besonders. Oxytocin wird beim Saugen des Kindes an der Brust ausgeschüttet, aber auch beim Kuscheln, Sex oder Orgasmus.

 

Im Zusammenspiel sorgen Prolaktin und Oxytocin also für den Vorgang des Stillens. Durch das Prolaktin wird dauerhaft Milch produziert (daher kann die Brust niemals leer sein), während durch das Oxytocin der Milchspendereflex einsetzt, welcher die Milchgänge kontrahieren lässt und die Milch aus der Brust läuft.

Der Feedback Inhibitor of Lactation (FIL): Das Feintuning

Der Feedback Inhibitor of Lactation (FIL) ist ein wichtiges Element in dem Stillprozess. Auch wenn er noch nicht gänzlich erforscht ist, besteht seine Aufgabe vermutlich darin, die Produktion von Prolaktin zu regulieren. Wenn die Brust voll ist und das Baby effektiv trinkt, sendet der FIL ein Signal an das mütterliche Gehirn aus, das die Prolaktinproduktion drosselt. Wenn die Brust stark entleert wird, funktioniert das Signal in die andere Richtung: mehr Prolaktin wird ausgeschüttet. So wird ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage gewährleistet. 

Milchbildung anregen oder verringern

Und zum Schluss...

Die Effektivität des Trinkens ist entscheidend für die optimale Milchbildung. Wenn das Baby richtig und ausreichend saugt (=effektiv stillt), stimuliert dies nicht nur die Brust, sondern signalisiert auch dem Körper, mehr Milch zu produzieren. Wenn der Säugling aber weniger trinkt, weil er beispielsweise am Familientisch mitisst, signalisiert er dem Körper, dass nun weniger Milch benötigt wird. 

Das Regulieren der Milchmenge funktioniert also einzig und alleine durch die Stimulation an der Brust verlässlich. Je mehr die Brust effektiv stimuliert wird, desto mehr Milch bildet sie. Wird sie gleichbleibend intensiv stimuliert, bleibt die Milchmenge auf ungefähr dem gleichen Level. Wird sie weniger stimuliert, geht die Milchmenge langsam zurück.

 

Künstliche Sauger haben das große Risiko, diesen Prozess zu beeinträchtigen, da sie nicht die gleiche Saugtechnik erfordern wie das Stillen an der Brust - das bedeutet, das künstliche Sauger jeglicher Art (Flaschen, Beruhigungssauger, Stillhütchen und co) unter Anderem eine unerwünschte Auswirkung auf die Milchmenge haben können.

Die Stillhormone sind unsichtbare Regulatoren, die zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass euer Baby optimal versorgt wird. Durch das Verständnis dieser komplexen Prozesse könnt ihr nicht nur die Bedürfnisse eures Babys besser verstehen, sondern auch verstehen, wie ihr eure Milchbildung beeinflusst: durch effektives Anlegen.

 

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In Liebe,

Sabrina

 

 

 

 

 

 

Stand dieses Eintrages: 27.02.2024, Verfasserin: Sabrina Grabow, In Liebe Stillen

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